bild-news.jpg

News aus dem Institut

Hier folgen in loser Reihung Neuigkeiten aus dem Institut

Nachruf für Cornelia Kleijn-Stangier

 

Unsere frühere Mitarbeiterin Cornelia Kleijn-Stangier ist am 23.12.2021 in Bergisch Gladbach gestorben. Sie wurde 85 Jahre alt. Sie war zwischen etwa 1978 und 2000 ungefähr 20 Jahre lang Mitarbeiterin des Moreno-Instituts Überlingen. Cornelia hat bei mir viele Co-Leitungen gemacht. Sie leitete danach dann mit ihrem Ehemann Klaus Stangier auch selbst Ausbildungsgruppen und Sonderseminare. Cornelia war Schülerin und langjährige Mitarbeiterin von Karlfried Graf Dürckheim in der Existenzialpsychologischen Bildungs- und Begegnungsstätte Todtmoos-Rütte. Ihre Spezialgebiete waren neben dem Psychodrama die personale Leibtherapie, die transpersonale Psychotherapie, die psychosomatische Körperarbeit und die Reittherapie.

Cornelia war für mich eine Freundin. Ich mochte ihre Art, zu sein. Wenn ich mir einen sicheren Ort vorstelle, wo ich einer alten weisen Frau begegne, dann könnte das Cornelia sein, wertschätzend, haltgebend und auch weise. Cornelia hat immer betont, das mit leuchtenden Augen, dass sie „auch eine Hexe“ sei. Ich habe davon wenig gemerkt. Andere ja vielleicht schon, wenn es denn stimmte.

Ich habe Conny viel zu verdanken. Sie war die, die mich 1978 zum ersten Mal nach Todtmoos-Rütte eingeladen hat und mir den Kosmos der Existenzialpsychologischen Bildungs- und Begegnungsstätte zugänglich machte. Ohne diese Einladung wäre ich nicht 30 Jahre lang jedes Jahr immer wieder nach Todtmoos-Rütte gefahren, um bei den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort Selbsterfahrungsstunden zu nehmen. In einem Therapeuten-Seminar 1980 in Rütte unter Cornelias Leitung lernte ich, mich vor dem großen Ganzen demütig liebend zu verbeugen. Todtmoos-Rütte und Karfried Graf Dürckheim waren wesentlich daran beteiligt, dass ich die Theorie der Psychodramatechniken entwickeln konnte. Denn ich musste die einzelnen Techniken dazu einordnen in das Ganze der Intuition. Das ermöglichte mir, daraus störungsspezifische psychodramatische Vorgehensweisen abzuleiten. Vielleicht hat Cornelia gemerkt, dass ich die Schule von Rütte und die Begegnungen mit Karlfried Graf Dürckheim brauchte. Ich jedenfalls habe dort mit Cornelias Hilfe viel gefunden, was für mein Leben wesentlich geworden ist.

Ich erinnere mich auch an kleine Dinge, die ich von Cornelia gelernt habe:

So hat Cornelia ab 1980 ungefähr 15 Jahre lang mit mir in Großburgwedel einmal im Jahr eine Selbsterfahrungsgruppe mit ausgebildeten Psychodramatikern geleitet. Cornelia beendete die Teilnahme mit der Begründung: „Ich arbeite genauso gern mit Patienten und Klienten wie mit ausgebildeten Psychodramatikern.“ Ich habe damals gemerkt, dass es mir genauso geht und mich darüber gefreut.

Conny meinte einmal, dass jede Psychotherapeutin/jeder Psychotherapeut ein bis drei Menschen, die wegen großer persönlicher Schwierigkeiten anders im Leben nicht zurechtkommen, das ganze Leben lang begleiten sollte. Wenn alle das täten, würde das die Welt ein wenig verbessern. Sie hat das getan. Das machte mir Mut, das auch zu tun.

Cornelia war im Moreno-Institut eine der Menschen, die nach außen weniger auffielen. Sie hatte keinen äußeren Status in der Leitung und hat im Psychodrama auch keine Veröffentlichungen geschrieben. Sie war aber eine von den Menschen, die das Moreno-Institut durch ihre besondere Persönlichkeit geprägt und ihm Seele gegeben haben.

 

Reinhard T. Krüger

40-Jahr-Feier der Moreno Institute Edenkoben/Überlingen und Stuttgart (1975-2015)

40-Jahrfeier-1
40-Jahrfeier-1

press to zoom
40-Jahrfeier-2
40-Jahrfeier-2

press to zoom
40-Jahrfeier-27
40-Jahrfeier-27

press to zoom
40-Jahrfeier-1
40-Jahrfeier-1

press to zoom
1/27